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Kirche Holle

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Orgel St. Martins Kirche Holle

Kirchenfenster St. Martins Kirche, Holle (es)

Glockenjubiläum Sottrum

Nachricht Sottrum, 27. Juni 2026

500 Jahre verlässlicher Klang

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Glocken-Live-Übertragung

Ein Wiedersehen zum Glockenjubiläum in Sottrum

Wenn man nach fast 30 Jahren an den Ort des eigenen früheren Wirkens zurückkehrt, tut man das immer mit einer gewissen Spannung. Von 1989 bis 1996 durfte ich als Pastor die Menschen in den Kirchengemeinden Hackenstedt und Sottrum mit den dazugehörigen Ortschaften Henneckenrode und Söder begleiten. Im Jahr 1995 – meinem letzten vollen Jahr in der Gemeinde – kam schließlich noch die Kirchengemeinde Sillium hinzu. Es war eine prägende Zeit, in der wir durch diesen Zusammenschluss der Gemeinden die Pfarrstelle langfristig sichern konnten. Am 27. Juni diesen Jahres führte mich mein Weg – trotz einer turbulenten Anfahrt über unerwartet gesperrte Straßen und Autobahnen – auf die Minute pünktlich wieder nach Sottrum: Das 500-jährige Jubiläum der geschichtsträchtigen Glocke „Maria“ stand an.

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Besuch von Martin Luther

Ein mitreißender Festgottesdienst mit historischem Besuch

In der vollbesetzten Kirche erlebte ich einen wunderbaren, lebendigen Festgottesdienst. Für einen ganz besonderen, humorvollen und zugleich lehrreichen Einstieg sorgte ein überraschender Gast zu Beginn des Gottesdienstes: Kein Geringerer als Martin Luther höchstpersönlich (großartig verkörpert von Rainer Gewecke) erschien auf der Bildfläche. Im anschaulichen Zwiegespräch mit Pastorin Judith Montowski berichtete der Reformator aus erster Hand, was im Jahr 1526 – dem Gussjahr der Glocke „Maria“ – in der Welt und der Kirche alles los war. Eine wunderbare Idee, die die Brücke über fünf Jahrhunderte Geschichte sofort lebendig werden ließ!

Pastorin Judith Montowski führte danach mit viel Herzblut weiter durch den Gottesdienst, im hervorragenden Zusammenspiel mit Popkantorin Hanna Jursch, die den mitreißenden Chor leitete. In ihrer Festpredigt brachte es Judith Montowski auf den Punkt: „Manche Stimmen werden mit den Jahren leiser. Diese nicht.“ Seit 1526 erklingt die von Brant Helmes gegossene Marienglocke nun über Sottrum – sie hat Weltkriege und andere einschneidende Ereignisse überstanden, als wäre sie eine ganz eigene Zeugin der Auferstehung.

 

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Festwiese

Die Festreden: Ein Dank an das Ehrenamt

Am Ende des Gottesdienstes wurden in der Kirche die Grußworte gesprochen. Den Anfang machten der Holler Bürgermeister Falk-Olaf Hoppe, Ortsvorsteherin Ute Witteczek für Sottrum sowie Superintendent André Dittmann mit Grüßen aus dem Kirchenkreis.

Daran durfte ich mein eigenes Grußwort anschließen. Wie ich es dort in der Kirche gesagt habe, so möchte ich es Ihnen an dieser Stelle auch noch einmal ganz direkt und persönlich über diese Zeilen sagen: Habt von Herzen Dank für die liebe Einladung und diesen überaus gelungenen Gottesdienst! Es erfüllt mich mit einer tiefen Freude, dass das kirchliche Leben bei Ihnen trotz der zwischenzeitlichen Vakanzzeiten nie zum Erliegen gekommen ist. Dass die Gemeinde nach wie vor so lebendig und aktiv ist, verdanken Sie der Kontinuität eines hochgradig engagierten Teams von Ehrenamtlichen. Sie alle haben in den Zeiten ohne feste Pfarrperson die Stellung gehalten und das Gemeindeleben hochgehalten. Man spürt heute deutlich: Hier zieht die ganze Gemeinschaft an einem Strang! Ein hervorragendes Beispiel für dieses unverzichtbare Engagement ist Achim Lindenberg, der den Kirchenvorstand heute mit großem Einsatz prägt – auch wenn so eine Aufgabe natürlich immer nur gelingt, wenn das ganze Team mitzieht und alle gemeinsam anpacken.

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Glockenbasteln in der Kirche

Ein starkes Team und herzliche Begegnungen

Beim anschließenden Gemeindefest, das wegen der hohen Temperaturen im Ablauf etwas reduziert werden musste, tat die Hitze der guten Stimmung keinen Abbruch. Es war ein Fest der fröhlichen Gesichter, reichlich kühler Getränke, gutem Essen und eines vielbelagerten Eiswagens. Die Erwachsenen nutzten die Zeit für intensive Gespräche, während die Kinder die verschiedenen Angebote ausgiebig auskosten konnten.

Zu meiner Zeit als Pastor war Otto Lindenberg, der Vorsitzende des Kirchenvorstands gewesen. So war es besonders schön für mich, mich beim Fest mit ihm noch einmal ausführlich und ganz persönlich auszutauschen. Später ergab sich ein weiteres angeregtes Gespräch mit einer Runde Sottrumer, die sich um Fritz Engwicht versammelt hatten. Fritz Engwicht hatte in meiner damaligen Dienstzeit verlässlich die Orgel in den Gottesdiensten gespielt und den Sottrumer Posaunenchor geleitet – umso größer war die Freude des Wiedersehens. 

 

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Konzert mit der Irish Folk Band Northbound

Mein Wunsch für die Zukunft

Am 31. August 2025 wurde ich in Meppen im Emsland nach 29 Dienstjahren in den Ruhestand verabschiedet. Wenn ich nun sehe, mit wie viel Leben, Liebe und Gemeinschaft das Glockenjubiläum in Sottrum gefeiert wurde, wünsche ich mir genau ein solches Aufblühen und so treue Ehrenamtliche für viele andere Gemeinden – nicht zuletzt für meine eigene vakante Gustav-Adolf-Kirchengemeinde in Meppen, die demnächst schon ins zweite Vakanzjahr geht.

Sottrum hat bewiesen: Wenn wir ein so engagiertes Gemeindeleben vorfinden, müssen wir uns um die Zukunft der evangelischen Kirche weit weniger Sorgen machen.

Und das Schönste zum Schluss: Dieses Fest war für mich kein Abschied für lange Zeit. Ich habe mit Ute Koll bereits verabredet, dass ich am 25. Oktober wieder nach Sottrum kommen werde, um dann im Gottesdienst die Predigt zu halten. Darauf freue ich mich schon jetzt ganz außerordentlich!

Pastor i.R. Ralf Krüger